WILHELM FRIEDEMANN BACH  UND DIE PROTESTANTISCHE

KIRCHENKANTATE NACH 1750


Internationale wissenschaftliche Konferenz

Händel-Haus Halle, 7. und 8. Juni 2010
Bach-Archiv Leipzig, 19. und 20. November 2010

Die Geschichte der evangelischen Kirchenkantate neben und nach Johann Sebastian Bach wird weithin als eine Geschichte des Niedergangs angesehen. Dieses Urteil beruht auf Prämissen, die die Musikwissenschaft bereits lange hinter sich gelassen hat. Eine gerechte Bewertung kann indes nur auf der Grundlage einer unvoreingenommenen Betrachtung des überlieferten Werkbestands erfolgen. Doch gerade hier erweisen sich bei einer eingehenden Prüfung die einschlägigen Vorarbeiten als außerordentlich lückenhaft, zu einem guten Teil auch als veraltet. Denn eine intensivere und breit angelegte Beschäftigung mit den Quellen ist seit mehr als fünfzig Jahren nicht mehr erfolgt.

Dabei sind die Voraussetzungen seit einiger Zeit sehr günstig: Die Erschließung des Repertoires durch RISM ist weit fortgeschritten und die Datenbank ermöglicht einen bequemen Zugang. Der älteste Bach-Sohn hat in seiner Zeit als Musikdirektor der Hallenser Marktkirche (1746 bis 1764) ein zahlenmäßig zwar vergleichsweise schmales, künstlerisch aber sehr bedeutendes OEuvre an Kirchenkantaten geschaffen. Um seine Werke angemessen verstehen zu können, ist es notwendig, das zeitgenössische mitteldeutsche Umfeld und die Entwicklungen innerhalb der Gattung zu betrachten.

Die einzelnen Beiträge werden die vielfältigen Facetten des Themas exemplarisch beleuchten. Gefragt wird nach den Texten, der Zusammensetzung des Aufführungsrepertoires, der Entwicklung von Formen und Stilen, der Einführung alternativer Gattungen sowie den musikorganisatorischen Rahmenbedingungen und liturgie- sowie frömmigkeitsgeschichtlichen Hintergründen, nicht zuletzt auch den aufführungspraktischen Bedingungen in den protestantischen Städten und Höfen Mittel- und Norddeutschlands in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Die Konferenz bietet über diesen thematischen Schwerpunkt hinaus aber auch die Möglichkeit zu freien Referaten über andere Bereiche des Schaffens von Wilhelm Friedemann Bach und seinen Zeitgenossen.

Als Veranstaltung der Mitteldeutschen Barockmusik e. V. bildet die zweiteilige Konferenz einen zentralen Bestandteil des thematischen Schwerpunktes der Förder- und Veranstaltungsaktivitäten dieses Vereins im Jahr 2010: Dazu gehören neben der Konferenz die Tage mitteldeutscher Barockmusik in W. F. Bachs Geburtsstadt Weimar vom 14. bis 16. Mai 2010 und die Förderung der Gestaltung und Wiedereröffnung des Wilhelm-Friedemann-Bach-Hauses in Halle als Museum für die Musikgeschichte Halles.


Veranstalter
Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V.

Gefördert vom

Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Kooperationspartner
Stiftung Händel-Haus Halle
Bach-Archiv Leipzig
Universität Leipzig, Institut für Musikwissenschaft
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Musik, Abteilung Musikwissenschaft
Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft (Internationale Vereinigung) e. V.

Kontakt
Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
wolfgang.hirschmann(at)musikwiss.uni-halle.de

Dr. Christina Siegfried | Mitteldeutsche Barockmusik e. V.
christina.siegfried(at)mitteldeutsche-barockmusik.de

PD Dr. Peter Wollny | Bach-Archiv Leipzig
wollny(at)bach-leipzig.de

Dr. Konstanze Musketa | Stiftung Händel-Haus Halle
konstanze.musketa(at)haendelhaus.de

Informationen
www.mitteldeutsche-barockmusik.de
http://www.haendelhaus.de/de/wiko/wiko_hf_2010.html
www.bach-leipzig.de
Flyer: W. F. Bach und die Protestantischen Kirchenkantate nach 1750

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