„… in die Welt zu ziehen“
Schütz und Europa
8. Oktober | 15. – 24. Oktober 2010
Bad Köstritz | Weißenfels | Dresden
Seit 1998 fanden die Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage in Zusammenarbeit mit den beiden Heinrich-Schütz-Häusern in Weißenfels und Bad Köstritz sowie dem Dresdner Kreuzchor bzw. der Dresdner Hofmusik e.V. als dezentrales länderübergreifendes Festival statt.
Die drei wichtigsten Lebensstationen von Heinrich Schütz, mit dem Geburtsort Bad Köstritz in Thüringen, der Hauptwirkungsstätte Dresden in Sachsen und dem Alterssitz in Weißenfels in Sachsen-Anhalt, sind mit ihren historischen und modernen Konzertstätten ideale Orte für die vielfältigen Veranstaltungen des Festivals.
In Verlauf ihrer Geschichte konnten die Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage sich zu einem wichtigen Ereignis der Schütz-Pflege und -Forschung entwickeln. In der Zusammenarbeit u.a. mit der Internationalen Schütz-Gesellschaft wurden Kooperationen und übergreifende Projekte realisiert, die z.B. 2009 mit dem künstlerischen Austausch zum Internationalen Schütz-Fest in Breslau einen Höhepunkt erlebten.
Nach nunmehr einem Dutzend Jahre stellt sich das Festival neu auf: Als Heinrich Schütz Musikfest will es mit neuem thematischen Profil, klarer Programmstruktur, besucherfreundlichem Service und adäquatem Erscheinungsbild dem letztlich durch seinen Namenspatron gesetzten Anspruch gerecht werden, das Wirken und die Zeit Heinrich Schütz‘ in der Gegenwart lebendig zu halten und in seiner grenzübergreifenden kreativen Vernetzung zu präsentieren.
Mit Heinrich Schütz steht der erste international renommierte deutsche Komponist der Musikgeschichte im Mittelpunkt der Aktivitäten des nach ihm benannten Musikfestes; er gilt als der „Vater der deutschen Musik“ und hat mit seinem herausragenden Schaffen seine Zeit und die Generationen nach ihm einzigartig geprägt. Er ist eine der zentralen Musikpersönlichkeiten der europäischen Musikgeschichte des 17. Jahrhunderts.
Heinrich Schütz ist mit seinem Schaffen und Wirken Ausgangspunkt, von dem aus die europäische Musikgeschichte seines Jahrhunderts an den originalen Schütz-Stätten Mitteldeutschlands beleuchtet wird. Das Musikfest ist einzigartig in seiner Struktur und ein die drei mitteldeutschen Länder überspannendes Festival. So unterschiedlich die drei Veranstaltungsorte – Bad Köstritz, Dresden und Weißenfels – sind, so birgt diese Unterschiedlichkeit wie die Lage in den drei mitteldeutschen Ländern die Chance, ein ganz besonderes Musikfest zu gestalten, das nicht nur die einzelnen Orte und deren Region stärkt, sondern auch in seiner Gesamtheit Leben, Wirken und Zeit Heinrich Schütz‘ stärker ins heutige Bewusstsein rücken kann.
Mit anspruchsvollen, musikwissenschaftlich fundierten, dennoch genussvollen und vielfältigen Programmangeboten international renommierte Künstler wie junge Nachwuchsinterpreten zu präsentieren und dabei die originalen Schütz-Stätten in den Fokus zu rücken, ist das Anliegen des Heinrich Schütz Musikfestes. Nationale und internationale Kooperationen und genreübergreifende Projekte ergänzen und erweitern das Programm. Wissenschaftliche Erforschung im Zusammengehen mit der musikpraktischen Realisierung steht dabei im engsten Zusammenhang zum Anliegen der Mitteldeutschen Barockmusik e.V. generell: Es geht auch hier um den essentiellen Bogen zwischen Erforschen, Bewahren und klanglichem Erleben.
Höhepunkte 2010
Das Heinrich Schütz Musikfest beginnt am 8. Oktober – zum 425. Geburtstag Komponisten – mit einem Wandelkonzert und einem Konzert des Goethe-Gymnasium / Rutheneum seit 1608 in Bad Köstritz sowie einem „Tag der offenen Tür“ beim Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels.
Ab dem 15. Oktober folgen insgesamt 25 Konzerte, Lesungen mit Musik, Festgottesdienste, Ausstellungseröffnung, Führungen und Vorträge.
Das international renommierte Ensemble La Chapelle Rhénane aus Frankreich – artist in residence 2010 beim Heinrich Schütz Musikfest und in alle drei Festivalorten präsent – musiziert Ausschnitte aus den „Symphoniae sacrae“, den modernsten und „gewagtesten“ Werken von Schütz. Die Inspirationen für dieses über einen Zeitraum von 22 Jahren entstandene gewaltige Sammlungswerk stammen aus Italien (1628/29) und aus Dänemark. Der dritte Teil des Werks ist dem Dresdner Kurfürsten gewidmet. So demonstriert dieses Werk eindrücklich die europäische Dimension des Wirkungskreises Schütz‘.
Im gemeinsamen Konzert der Cappella Sagittariana und des Ensembles amarcord, das in Weißenfels und Dresden zu erleben sein wird, werden Werke Schütz‘ in den Kontext zur italienischen Musik des 17. Jahrhunderts gestellt und damit wichtige „europäische“ Verbindungslinien nachgezeichnet. Im zweiten Konzert des Ensembles amarcord erklingen Madrigale der Gabrieli-Schule, von dänischen Komponisten-Zeitgenossen und von Schütz selbst.
Der Dresdner Kreuzchor interpretiert Musik der englischen Zeitgenossen und das Orlando di Lasso Ensemble reist mit Heinrich Schütz nach Norden an den dänischen Hof Christians IV. Schließlich erklingen mit dem Vocal Concert Dresden und der Capella de la Torre „Preussische Fest-Lieder“ der Motettensammlungen von Eccard und Stobäus aus Königsberg.
Die Ausstellung „Städte gewinnen Profil – Eine europäische Schütz-Straße von Florenz nach Kopenhagen“ in Bad Köstritz spürt in gleiche Weise den „europäischen Schütz-Wegen“ nach und präsentiert Schütz-Stätten in Kupferstichen von Braun & Hogenberg, Matthäus Merian, Francesco Valegio, aus dem „Meissnerschen Schatzkästlein“, von Christoph Riegel und Sebastian Münster.
Die Zusammenarbeit mit der Internationalen Schütz-Gesellschaft konzentriert sich 2010 einerseits auf das Symposium in Kassel, drückt sich ebenso im Wiederholungskonzert der Cappella Sagittariana und des Ensembles amarcord in Kassel am 29. Oktober 2010 aus. Das in Kassel veranstaltete internationale Symposium präsentiert aktuellste Ergebnisse der Schütz-Forschung und macht sie einem breiten, nicht nur wissenschaftlichen Fachpublikum bekannt. Damit ist auch ein gemeinsames Projekt mit dem 42. Heinrich-Schütz-Fest Kassel realisiert.
Informationen zum konkreten Programm des Festivals unter:
www.schütz-musikfest.de
Veranstalter
Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt
und Thüringen e.V.
Gefördert vom
Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
In Kooperation mit
Schütz-Akademie e.V. Bad Köstritz
Weißenfelser Musikverein "Heinrich Schütz" e.V.
Dresdner Hofmusik e.V.
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