Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 23. März 2010 

Pressemitteilung Bach-Konferenz


WILHELM FRIEDEMANN BACH  

UND DIE PROTESTANTISCHE KIRCHENKANTATE NACH 1750

Internationale wissenschaftliche Konferenz
Händel-Haus Halle, 7. und 8. Juni 2010

Bach-Archiv Leipzig, 19. und 20. November 2010



Die Geschichte der evangelischen Kirchenkantate neben und nach Johann Sebastian Bach wird weithin als eine Geschichte des Niedergangs angesehen. Dieses Urteil beruht auf Prämissen, die die Musikwissenschaft bereits lange hinter sich gelassen hat. Eine gerechte Bewertung kann indes nur auf der Grundlage einer unvoreingenommenen Betrachtung des überlieferten Werkbestands erfolgen. Doch gerade hier erweisen sich bei einer eingehenden Prüfung die einschlägigen Vorarbeiten als außerordentlich lückenhaft, zu einem guten Teil auch als veraltet. Denn eine intensivere und breit angelegte Beschäftigung mit den Quellen ist seit mehr als fünfzig Jahren nicht mehr erfolgt. Dabei sind die Voraussetzungen seit einiger Zeit sehr günstig: Die Erschließung des Repertoires durch RISM ist weit fortgeschritten und die Datenbank ermöglicht einen bequemen Zugang. Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784), der älteste Bach-Sohn hat in seiner Zeit als Musikdirektor der Hallenser Marktkirche (1746 bis 1764) ein zahlenmäßig zwar vergleichsweise schmales, künstlerisch aber sehr bedeutendes OEuvre an Kirchenkantaten geschaffen. Um seine Werke angemessen verstehen zu können, ist es notwendig, das zeitgenössische mitteldeutsche Umfeld und die Entwicklungen innerhalb der Gattung zu betrachten.



Die Mitteldeutsche Barockmusik e.V. wird anlässlich des 300. Geburtstages von Wilhelm Friedemann Bach in einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz, die am 7. und 8. Juni 2010 im Händel-Haus zu Halle und am 19. und 20. November 2010 im Leipziger Bach-Archiv stattfindet, die vielfältigen Facetten des Themas exemplarisch beleuchten. Gefragt wird nach den Texten, der Zusammensetzung des Aufführungsrepertoires, der Entwicklung von Formen und Stilen, der Einführung alternativer Gattungen sowie den musik-organisatorischen Rahmenbedingungen und liturgie- sowie frömmigkeitsgeschichtlichen Hintergründen, nicht zuletzt auch den aufführungspraktischen Bedingungen in den protestantischen Städten und Höfen Mittel- und Norddeutschlands in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Konferenz bietet über diesen thematischen Schwerpunkt hinaus aber auch die Möglichkeit zu freien Referaten über andere Bereiche des Schaffens von Wilhelm Friedemann Bach und seinen Zeitgenossen.

Ergänzt wird die Konferenz durch ein Rahmenprogramm, in dessen Verlauf u.a. der Traversflötist Wilbert Hazelzet und das Neue Bachische Collegium Musicum Musik von W. F. Bach interpretieren wird.



Gefördert wird die zweiteilige Konferenz der Mitteldeutschen Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
und vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Kooperationspartner sind die Stiftung Händel-Haus Halle, das Bach-Archiv Leipzig, die Universität Leipzig, Institut für Musikwissenschaft, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Musik, Abteilung Musikwissenschaft und die Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft (Internationale Vereinigung) e. V.

Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei; eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen unter www.mitteldeutsche-barockmusik.de

Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V.
c/o Carsten Gerth • Am Treptower Park 27 • 12435 Berlin • (0177) 3 65 56 04 carsten.gerth[at]mitteldeutsche-barockmusik.de

Aktuelles


Heinrich Schütz Musikfest


Internationale Wilhelm-Friedemann-Bach-Konferenz
Halle | Leipzig
Juni | November 2010
mehr

© Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. | office(at)mitteldeutsche-barockmusik.de